Unsere Forderungen: Gutes Wohnen für Alleinerziehende in Berlin
Die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt hat sich zu einer konsistenten Wohnungskrise ausgewachsen. Wohnungsbestand und Neubau in der Stadt werden kaum den tatsächlichen Bedarfen gerecht, stehen dem Bedürfnis nach geschlechter- und sorgegerechtem Wohnen entgegen und verschärfen soziale Ungleichheiten. Auch für Alleinerziehende mit gutem Einkommen gestaltet es sich sehr schwierig, eine bezahlbare und ausreichend große Wohnung zu finden. Menschen mit niedrigem Einkommen, besonders Alleinerziehende und ihre Kinder, sind von der Berliner Wohnungsnot äußerst stark betroffen. Die Krise der Wohnraumversorgung hat sich fast unbemerkt zur realen Gefahr der Wohnungslosigkeit für diese besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe ausgewachsen.
Als AG Gutes Wohnen für Alleinerziehende in Berlin fordern wir:
Forderungen „Stadt für ALLE: Alleinerziehende in der Berliner Wohnkrise“
Die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt hat sich zu einer konsistenten Wohnungskrise ausgewachsen. Wohnungsbestand und Neubau in der Stadt werden kaum den tatsächlichen Bedarfen gerecht, stehen dem Bedürfnis nach geschlechter- und sorgegerechtem Wohnen entgegen und verschärfen soziale Ungleichheiten. Auch für Alleinerziehende1 mit gutem Einkommen gestaltet es sich sehr schwierig, eine bezahlbare und ausreichend große Wohnung zu finden. Menschen mit niedrigem Einkommen, besonders Alleinerziehende und ihre Kinder, sind von der Berliner Wohnungsnot äußerst stark betroffen. Die Krise der Wohnraumversorgung hat sich fast unbemerkt zur realen Gefahr der Wohnungslosigkeit für diese besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe ausgewachsen.
Wir fordern
- bei neu gebauten Wohngebieten eine gemischte Nutzung vorzusehen und dabei mindestens 50% der Wohnungen öffentlich zu fördern und mit einer entsprechenden Mietpreisbindung zu versehen.
- bei der Vergabe der mietpreisgebundenen Wohnungen Alleinerziehende und Ein-Eltern-Familien mit Vorrang zu berücksichtigen.
- im Neubau bedarfsgerechte Grundrisse für Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Familien zu fördern („Weg mit der Wohnküche!“).
- gemeinschaftliche Wohnformen zu fördern, z.B. Clusterwohnen, Mehrgenerationenprojekte, Wohngemeinschaften, und auch in diesen Wohnformen die existenzsichernden Hilfen für Alleinerziehende (Steuerklasse II, Unterhaltsvorschuss) zu erhalten (vgl. Modellprojekt „Wohntisch für alternative Wohnformen für Alleinerziehende“ SHIA e.V.).
- Modellprojekte zur Wohnraumsicherung und -vermittlung bei drohender oder bestehender Wohnungslosigkeit für besonders vulnerable Gruppen (Alleinerziehende, gewaltbetroffene Frauen, Migrant*innen) zu fördern und zu verstetigen (vgl. Bsp. aus Marzahn-Hellersdorf „Wohnen statt MuF“, „Wohnen statt ASOG für Alleinerziehende“; Housing First für Frauen).
- Stadtplanung mit Fokus auf Care-Verantwortung zu entwickeln und umzusetzen (vgl. die Konzepte „die sorgende Stadt“, „die 15-Minuten-Stadt“).
- Anreize zum Wohnungstausch zu verstärken, wie es sie bei den landeseigenen Wohnungsgesellschaften bereits gibt. Dabei muss durch die Mietpreisgestaltung sichergestellt werden, dass der Tausch für beide Parteien vorteilhaft ist.
Ljuba Böttger, Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin boettger@skf-berlin.de
Mareike Dreuße, SelbstHilfeInitiative Alleinerziehender SHIA e.V. Berlin mareike.dreusse@shia-berlin.de
Manja Finnberg, Frauenzentrum Marie e.V., Berlin m.finnberg@frauenzentrum-marie.de
*Allein- und getrennterziehende Eltern und Ein-Eltern-Familien sind synonym gemeint